Gedanken zum Advent

Nichts als Lichter

Wie das Leben so spielt…. Es war um nichts schöner als es noch keine Lichterketten gab. Die Untugenden dieser Welt hatten ebenso Nistplätze und die Geborgenheit und Feierkultur war – als man noch vom Boden in den Mund lebte – noch mehr den Schicksalsschlägen ausgeliefert. In der stillsten Zeit hatte jedoch die Armut Pause, weil Weihnachten als segensreich galt und weil das überlieferte Thema der Herbergssuche als allerorts verständliches Gleichnis diente. Nichts als Lichter…

Der Prolog des Steyrer Christkindls

Ich bin, Ihr habt es schon vernommen, als Wachsfigur zu Euch gekommen. Es war für mich so wie im Traum, man kam zu mir in meinem Baum und hat viel Freude mir beschert, weil man seit langem mich verehrt. Und was mir b’sonders gut gefällt, der einz’ge Ort auf dieser Welt unter der Sonne, unterm Mond, wo lange schon das Christkind wohnt, das ist der Ort, der uns sehr teuer, ja, das ist Christkindl bei Steyr! Und ich, das Christkindl, meine Lieben, bin seither stets bei Euch geblieben. Und es ist

Heilige Nacht von Ludwig Thoma

So ward der Herr Jesus geboren Im Stall bei der kalten Nacht. Die Armen, die haben gefroren, Den Reichen war’s warm gemacht. Sein Vater ist Schreiner gewesen, Die Mutter war eine Magd. Sie haben kein Geld nicht besessen, Sie haben sich wohl geplagt. Kein Wirt hat ins Haus sie genommen; Sie waren von Herzen froh, Daß sie noch in Stall sind gekommen. Sie legten das Kind auf Stroh. Die Engel, die haben gesungen, Daß wohl ein Wunder geschehn. Da kamen die Hirten gesprungen Und haben es angesehn.

Liebes Christkind

Es ist schön, dass es Dich gibt und zwar so, wie ich Dich seit meiner Kindheit in meinen Gedanken habe. Ich weiß auch, dass sich jeder Mensch ein anderes Bild vom Christkind entwirft. Manche stellen sich einen Engel vor und Du wirst selber drüber lachen müssen, wenn Du Dich in den Regalen der Kaufhäuser wiederfindest, mit Glitzerglanz und seidenen Flügeln. Heute bist Du für viele Überraschungen zuständig, für kleine und große Geschenke. Gegenseitig Gutes tun, wie Du es meinst, hieße ja

Kettenreaktion

Wie das Leben so spielt…. Als alle Fenster und Giebel, alle Türme und Dachgauben, alle Büsche und Bäume, alle Stiegen und Garagentore, alle Brücken und Stege, alle Masten, Laternen und Wäschetrockner, alle Zäune und Gatter, alle Tore und Hecken, alle Kirchen und Feuerwehrhäuser, alle Konzert-, Volks- und Freudenhäuser, alle Einfamilien- und alle Hochhäuser, alle Wochenend-, Bade-, Holz- und Hundehütten endlich vollständig mit Weihnachts-Lichterketten und blinkenden Rentierschlitten

Wer klopfet an

Wer klopfet an? – O zwei gar arme Leut. – Was wollt ihr dann? – O gebt uns Herberg heut’. O durch Gottes Lieb wir bitten, öffnet uns doch Eure Hütten. – O nein, o nein! – O lasset uns doch ein! – Das kann nicht sein. – Wir wollen dankbar sein. – Nein es kann einmal nicht sein, drum geht fort, ihr kommt nicht rein. Wer vor der Tür? – Ein Weib mit seinem Mann. – Was wollt denn ihr? – Hört unsere Bitte an: Lasset uns bei euch

Advent von Rainer Maria Rilke

Es treibt der Wind im Winterwalde Die Flockenherde wie ein Hirt, Und manche Tanne ahnt, wie balde Sie fromm und lichterheilig wird, Und lauscht hinaus. Den weißen Wegen Streckt sie die Zweige hin – bereit, Und wehrt dem Wind und wächst entgegen Der einen Nacht der Herrlichkeit.

Gedanken um die Krippe

Landhaus Galerie Weltkrippen in Graz 28.11.06, Graz-Landhaus   Ich wurde hierher eingeladen, um Ihnen ein paar Gedanken zum Krippenbrauch mitzugeben. Ich tue dies und spanne einen großen Bogen: Von der Historie der Krippengeschichte über die eigentümlichen Liedertexte aus dem Munde der Hirten bis zu den Geständnissen eines Figurenschnitzers aus dem Ennstal. Ich vermische absichtlich Wahrheiten mit Formulierungen, die ins Reich der Satire gehören und bitte Sie um Vergebung, falls ich die

Licht von Heinrich Lhotzky

In einem Winkel der Welt kauerte verbissen, trotzig und freudlos eine dicke, schauerliche Finsternis. Plötzlich erschien in dieser Not ein kleines Licht, klein, aber ein Licht. Jemand hatte es hingestellt. Es war ganz einfach da und leuchtete. Einer, der vorüberging, meinte: “Du ständest besser woanders als in diesem abgelegenen Winkel.” “Warum?” fragte das Licht. “Ich leuchte, weil ich Licht bin, und weil ich leuchte bin ich Licht. Ich leuchte nicht, um gesehen zu

Weihnachten von Joseph von Eichendorff

Markt und Straßen stehn verlassen, Still erleuchtet jedes Haus, Sinnend geh ich durch die Gassen, Alles sie so festlich aus. An den Fenstern haben Frauen Buntes Spielzeug fromm geschmückt. Tausend Kindlein stehn und schauen, Sind so wunderstill beglückt. Und ich wandre aus den Mauern Bis hinaus ins freie Feld, Hehres Glänzen, heiliges Schauern! Wie so weit und still die Welt! Sterne hoch die Kreise schlingen, Aus des Schnees Einsamkeit Steigt´s wie wunderbares Singen O Du gnadenreiche Zeit!

Gedicht

In diesen dunklen Tagen glänzen Lichter kettenweise heller als das Licht in uns. Wär an der Zeit den Schalter umzudrehen und wieder mehr von sich selbst zu geben warum tun wirs nicht? von Hermann Härtel

Die 2-Euro Münze

vom Christbaumbehang zum Hoffnungsträger Mir ist schon vieles in meinem Münzenleben untergekommen. Von früher möchte ich Euch erzählen, als es noch der Brauch war, Münzen in Staniolpapier zu wickeln und auf den Christbaum zu hängen – gleich neben den Süßigkeiten. Mit etwas Glück hielt man anstatt einer Schokomünze eine wirkliche Münze in Händen. Da hing ich also im Vorjahr auf dem Christbaum des Erslbauers. Eines Tages – es war schon später Abend ging die Tür auf und eine gebückte

Harry Krampus

Wie das Leben so spielt…. Die Freude am Schrecklichen hat uns ergriffen, der fürchterliche Spaß sozusagen. Warum ich das sage? Erst letzte Woche hatte ich Zeit, einen Hotel-Fernseher samt seinen 36 Programmen zu testen. Ein Grossteil der abendlichen Filme – sogenannte Spielfilme – zeigen Dinge, die wir uns bei Gott nicht herbei sehnen. Wir beobachten Böse, die wir eigentlich nicht bewundern wollen, wir sehen Ermordete, die uns gar nicht leid tun. Wie schön es ist, die Grausamkeiten

Leserbrief vom Nikolaus

Liebe Menschen! Es mag ungewöhnlich sein, dass ich mich mittels Leserbrief an Euch wende. Jetzt, nachdem nun mein Namenstag wieder vorbei ist, habe ich Zeit, diese Zeilen zu verfassen. Als ich, nach meinem Tod im Jahre 345 vor allem innerhalb der griechischen Kirche verehrt wurde, war ich schon einigermaßen überrascht, weil ich mit meinen Taten keine Geschichte schreiben wollte. Da es aber das Böse gegeben hat, wollte ich mit gutem Beispiel vorangehen. Dass mit meinem Namen ein Nikolo-Siegeszug

Die Vorweihnachtszeit wieder wertvoller machen

Die Adventszeit leidet darunter, dass Vieles nicht echt und ehrlich ist. Jede Form der Gefühlsduselei und des Kitsch hat in der Vorweihnachtszeit Hochsaison. Die rot blinkenden Elche und die den Menschen auf den Kopf gestülpten Geweihe, sind im Grunde nur das sichtbare Zeichen der inneren Leere. Punsch, Kaufzwang und Terminwahn drängen sich vor die wertvolle Zeit, vor das liebevolle Miteinander.

Wir sind nicht nostalgisch und weltfremd, wir denken nur, dass wir ein Stück dazu beitragen können, die Vorweihnachtszeit wieder wertvoller zu machen. Und weil nicht nur wir das so sehen, veröffentlichen wir hier jene „Gedanken zum Advent“, die sich humorvoll und kritisch mit dieser Zeit und dem, was sie aus uns Menschen macht, auseinandersetzen.

Vielleicht finden Sie die ein- oder anderen Zeilen die Ihnen gefallen, vielleicht möchten Sie aber auch Ihre eigenen Gedanken loswerden.

Wenn Sie möchten, können Sie uns gerne Ihren Beitrag schicken

Einfach ein Mail an wunscherfueller@advent-austria.at senden und gegebenenfalls das Recht auf Veröffentlichung anmerken.