Brauchtum

Das Kletzenbrot

In sehr vielen Familien wird bei uns im Ennstal das herrlich schmeckende Kletzenbrot auch heute noch selbst gebacken. Die Hausfrauen verwenden dazu selbstgedörrte Birnen (=Kletzen), Dörrpflaumen, Nüsse, Rosinen, Feigen, Aranzini, etwas Zucker, Rum, Schnaps und schwarzen Kaffee gut vermischt als Fülle. Alle diese Zutaten mischen sie bereits am Vortag des Backens zusammen und stellen sie an einen warmen Ort. Aus Roggenmehl, Salz, Germ oder Sauerteig und Brotgewürz wird ein mittelfester Teig gemacht,

Barbarabrauchtum

Barbaratag – 4. Dezember Barbarazweige: Noch vor Sonnenaufgang werden Kirschzweige – fallweise auch Forsythienzweige – abgeschnitten und in einer Vase auf den Küchenschrank gestellt. Wenn sie bis zum Heiligen Abend blühen, bedeutet das in der Familie im kommenden Jahr eine Hochzeit (für die „heiratsmassigen Dirndln“) oder wenn keine Jugend im Haus ist, einfach Glück und Freude.   Aus Admont wird berichtet, dass jedes Familienmitglied einen eigenen Kirschzweig ins Wasser stellt.

Lucia – Licht an den kürzesten Tagen

Lucia, die Lichtvolle, passt wunderbar in die kürzesten Nächte des Jahres und in die Weihnachtszeit. Licht steht für die Freude aufs Christkind. Ihr Tag ist der 13. Dezember. Lucia von Syrakus (Sizilien) ist zu Zeiten der Christenverfolgung 303 einen Märtyrertod gestorben und seither eine der beliebtesten Heiligen. Sie soll ihr ganzes Vermögen verwendet haben, um Bedürftige und untergetauchte Christen mit Lebensmitteln zu versorgen. Um in der Dunkelheit den Weg zu finden und trotzdem die Hände

Ankloeckeln – Ankloepfeln

Anklöckeln (= Anklopfen) Dieser Brauch, von dem es bereits aus dem 16. Jahrhunder Berichte gibt, war ziemlich in Vergessenheit geraten. Vor sechs Jahren hat der Heimatverein Schladming mit seiner Kindertanzgruppe das Anklöckeln wieder ins Leben gerufen. Eine Gruppe von Kindern verkleidet sich als Hirten und geht an an den drei Donnerstagen vor Weihnachten von Haus zu Haus. Sie bitten um Einlass in die Häsuer, singen als erstes das Lied „Gott griaß enk, Leitln“ und andere zum Advent passende

Sauschädelstehlen vor Weihnachten

Aus dem Raum Schladming wurde über diesen früheren Brauch aus der Vorweihnachtszeit berichtet, der zu den typischen Arbeitsbräuchen gehörte: Nach dem Schlachten des Schweines wurde der Körper des Tieres gespalten, der Kopf jedoch ganz gelassen. Zum Aushängen kamen die Teile ins Vorhaus des Hofes. Trotz nächtlichen Versperren der Haustüre bzw. der Schlachtkammertür wurden Wege gesucht und auch immer wieder gefunden, diesen Saukopf durch Außenstehende zu stehlen. Dieser wurde, nach dem Verlesen

Herbergsuchen

Bis in die Sechzigerjahre gab es in Öblarn und einigen Weilern den Brauch des Herbergsuchens. Nach Anmeldung in der Pfarrkanzlei wurden 2 bis 3 Routen zusammengestellt. Am 1. Adventsonntag segnete der Pfarrherr die Marienstatuen und Bilder vor der Aussendung. Dann wurden diese Madonnen in kleinen Prozessionen in die jeweilig ersten Häuser getragen, wo für sie schon ein kleiner Hausaltar vorbereitet worden war. Im Haus wurde zuerst der Engel des Herrn gebetet und einige Marienlieder gesungen, wie

Räuchern in den Rauhnächten

Als Rauhnächte werden die 12 Nächte um die Jahreswende bezeichnet, wobei es hinsichtlich der Anzahl und dem Zeitraum der Raunächte durchaus regionale Unterschiede gibt. Die 4 wichtigsten Rauhnächte sind die Nacht des 21.12. (Thomasnacht), des 24.12. (Christnacht), des 31.12. (Silvesternacht) und des 5.1. (Dreikönigsnacht). In diesen Nächten wird das Haus vom Familienoberhaupt ausgeräuchert, indem die Glut mit Weihrauch, Palmzweigen von Ostern und Kräuter der Kräuterweihe vermischt werden

Der traditionelle Advent

Adventfeier An jedem Adventsamstag oder -sonntag werden dann in den Famlilien nachmittags die Kerzen auf dem Kranz entzündet. Es wird dabei musiziert, gesungen, vorgelesen und auch vielfach ein Vaterunser gebetet. Dazu gibt es das erste Kletzenbrot mit Butter und ab 17. Dezember (wie im Stift Admont) das erste Weihnachtsgebäck. In der Kleinsölk haben die befragten Famlien erzählt, dass das Kletzenbrot erst am Heiligen Abend auf den Tisch kommt. Bei den Adventfeiern gibt es eine andere gute Jause.

Keks und Mehlspeisen für Weihnachten

In den Ennstaler Familien gibt es viele herrliche Mehlspeisen um diese Zeit. Die Rezepte werden je nach Herkunft der Hausfrauen noch durch zahlreiche Varianten erweitert. So kommen viele bekannte Rezepte aus dem St. Martiner oder aus dem Grabnerhof-Kochbuch, andere Köstlichkeiten haben zB in Öblarn mehrere Flüchtlingsfrauen aus ihrer Heimat im Banat, der Untersteiermark (heute Slowenien) oder der Batschka mitgebracht. Allen gemeinsam ist, dass diese wundervoll schmecken und in der Hauptsache auf

Der Adventkranz

Der Adventkranz wird in fast allen Häusern noch selbst aus Tannenreisig gebunden und nach eigenem Gutdünken geschmückt. Vorwiegend werden rote oder weiße Kerzen und Maschen, dazu Zapfen und Misteln verwendet. Der Kranz oder zumindest die Kerzen werden in der Kirche gesegnet. In ganz vereinzelten Familien hat sich noch der alte Brauch erhalten, dass auf den Adventkranz drei lila und eine rosa Kerze gesteckt werden. Die rosa Kerze zeigt den 3. Adventsonntag an. Der Kranz wird mit roten Bändern

Nikolaus und Krampus

5. und 6. Dezember Nach der Erinnerung älterer Leute gab es vor 40 bis 50 Jahren schon Tage vor dem „Kramperltag“ Kettengeklirr vor der Haus- und Stubentür, was die Kinder, oft große Sprüche führend, alsbald verstummen ließ. Das wilde Treiben auf der Straße, wie es heute vielerorts zu beobachten ist, hat es damals nicht gegeben. Der Hl. Nikolaus ging gefolgt von einem oder mehreren Krampussen zu den Familien um die Kinder zu ermahnen, das Sündenregister vorzutragen, die Kinder zu loben

Frauentragen

… auch Josephtragen oder Herbergsuche genannt, gehört der alte Brauch zu den Brauchspielen um die Herbergsuche in Bethlehem. Grundgedanke war und ist es, dem heiligen Paar in der Adventszeit eine Herberge zu gewähren. Noch im 19. Jahrhundert war es üblich, dass sich Nachbarinnen und Nachbarn während der Adventszeit abends abwechselnd in Häusern zusammen trafen. Am Tisch standen Maria und Joseph, Kerzen wurden angezündet und ein Rosenkranz gebetet. Oftmals versammeln sich auch heute noch Nachbarn

Thomasnacht

Vom 20. Auf den 21. Dezember Es ist dies die längste Nacht des Jahres und ein wichtiger Lostag. In dieser Thomasnacht gibt und gab es mehrere Bräuche, die in unserer Region folgendermaßen überliefert wurden und vereinzelt noch bestehen. Das Baumbefragen: Am 20. Dezember abends gehen ledige Mädchen, die wissen wollen, wohin es sie in ihrer späteren Ehe verschlagen wird, ins Freie zu einem Obstbaum und schütteln ihn solange, bis ein Hund bellt. Dabei sagt das Mädchen den Spruch: „Bamerl,

Advent Austria steht für den traditionellen, österreichischen Advent

Warum ist ganz einfach erklärt: wir mögen unsere Bräuche und Traditionen, wir sind stolz darauf. Die Amerikanisierung mag vielleicht lauter, blinkender und amüsanter sein – aber es ist nicht echt und nicht ehrlich. Die Traditionen und Bräuche sind in den Städten schon weitgehend untergegangen, wer nicht am Land aufgewachsenen ist kennt gerade noch die Krampusläufe.

Daher präsentieren wir hier Orte, in denen Sie das österreichische Brauchtum erleben können. Nicht aufgesetzt und abgekupfert, sondern seit Jahrhunderten gelebt. Die tiefe Verwurzelung gibt einer oft sinnentleert geglaubten Zeit wieder das Besondere zurück.

Kommen Sie mit uns auf die Reise und erleben Sie eine besondere Zeit.