Stille Nacht, heilige Nacht

  1. Stille Nacht, heilige Nacht!
    Alles schläft, einsam wacht
    nur das traute hochheilige Paar,
    holder Knabe im lockigen Haar,
    schlafe in himmlischer Ruh,
    schlafe in himmlischer Ruh!
  2. Stille Nacht, heilige Nacht!
    Gottes Sohn, o wie lacht
    Lieb’ aus deinem göttlichen Mund,
    da uns schlägt die rettende Stund,
    Jesus in deiner Geburt,
    Jesus in deiner Geburt.
  3. Stille Nacht, heilige Nacht!
    Hirten erst kundgemacht
    durch der Egel Alleluja,
    tönt es laut von ferne und nah:
    Jesus, der Retter ist da,
    Jesus, der Retter ist da!

Die Entstehung dieses weltberühmten, in zahlreichen Sprachen übersetzten Liedes schilderte der Komponist Franz Xaver Gruber (1787 – 1863) in seiner Authentischen Veranlassung vom 30 Dezember 1854: “Es war am 24t Dezember des Jahre 1818, als der damalige Hilfspriester an der St. Nikolaikirche zu Oberndorf (öst. Laufen) H. Josef Mohr, dem Lehrer und Organisten in Arnsdorf, Franz Gruber, welcher auch in St. Nikola den Organistendienst versah, ein Gedicht überreicht mit dem Ansuchen eine passende Melodie, für 2 Solostimmen u. Chor mit Guitarrebegleitung setzen zu wollen.
Der genannte Organist übergab noch am selben Abend diesem musikkundigen Geistlichen seine einfache Composition, u. da sie ihm gefiel, wurde dieselbe auch gleich in der heiligen Nacht in der Kirche von dem geistl. H. Mohr (der ein guter Tenorist war) u. von dem Organisten Franz Gruber (Baß) vorgetragen, und fand all-gemeinen Beifall. Herr J. Mohr begleitete dasselbe mit der Guitarre.”
Die Urfassung des Liedes, dessen Text von besagtem Hilfspriester Josef Mohr (1792 -1848) stammt, entstand demnach für zwei Solostimmen und Chor mit Gitarre-begleitung, galt lange Zeit als verschollen und wurde erst 1995 in einer von Joseph Mohr erstellten Abschrift mit dem Titel Weyhnachts-Lied aus dem Privatbesitz einer Salzburger Familie der Öffentlichkeit präsentiert.
Die heute übliche Variante umfasst nur die Strophen 1,2 und 6 des Orginaltextes von Joseph Mohr in leicht veränderter Form, die Melodie wurde durch Weglassung einiger Verzierungen vereinfacht.

Steirisches Volksliedwerk (Hrsg.): Weihnachtslieder selber singen … Weishaupt Verlag, 2003