Es wird scho glei dumpa

  1. Es wird scho glei dumpa, es wird scho glei Nacht,
    drum kimm i zu dir her, mei Heiland auf d’Wacht.
    Will singen a Liadl dem Liebling, dem kloan,
    du magst ja net schlafn, i hör di nur woan.
    Hei hei, hei hei! Schlaf Süaß, herzliabs Kind!
  2. Vergiss hiaz, o Kinderl, dein Kummer, dei Load,
    dass d’ dada muaßt leidn im Stall auf da Hoad.
    Es ziern ja die Engerl dei Liegerstatt aus.
    Möcht schöna nit sein drin in König sei Haus.
    Hei hei, hei hei! Schlaf süaß, herzliabs Kind!
  3. Ja Kinderl, du bist halt im Kripperl so schen,
    mi ziemt, i kann nimmer da weg von dir gehn.
    I wünsch dir von Herzen die süaßeste Ruah,
    die Engerl vom Himmel, die deckn die zua.
    Hei hei, hei hei! Schlaf süaß, herzliabs Kind!
  4. Mach zua deine Äuagal in Ruah und in Fried
    und gib mir zum Abschied dein Segn no grad mit!
    Aft werd ja mei Schlaferl a sogernlos sein,
    aft kann i mir ruahli auf Niederlegn gfrein.
    Hei hei, hei hei! Schlaf süaß, herzliabs Kind!

Dieses Christkindl-Wiegenlied wurde erstmals in einem vierstimmigen Satz mit Begleitung von Flöte, Klarinetten, Geigen, Cello und Bass von Franz Friedrich Kohl und Josef Reiter in der Sammlung Echte Tiroler Lieder, Bd. 1, Leipzig 1913, S. 24, veröffentlicht. Franz Friedrich Kohl (1851 – 1924) vermerkte dazu, dass ihm dieses Lied mit Angabe des Vorspiels und der Instrumentalbegleitung vom alten Sternsinger Eduard Strobl aus Hopfgarten mitgeteilt wurde. Viktor Zack (1854 – 1939) hat es von Kohl übernommen und in Alte Krippen- und Hirtenlieder, Graz 1918, S. 16, publiziert und somit in der Steiermark heimisch gemacht. Heute ist es in ganz Österreich bekannt.

Steirisches Volksliedwerk (Hrsg.): Weihnachtslieder selber singen … Weishaupt Verlag, 2003